Sonderfahrt Wallfahrt

erschienen am 01 September, 2004 um 3:15 pm erstellt von in Aktuell

Ein Quietschen, ein Rattern, ein Klingeln – die Straßenbahn ist da. Die Fahrgäste sind junge Katholiken, die sich mit Ruhrbischof Felix Genn auf ihre Wallfahrt durch Gelsenkirchen begeben. Die „Sonderfahrt“ Wallfahrt kann beginnen.

Die Nachtwallfahrt der Gelsenkirchener Jugend stand, neben dem außergewöhnlichen Fortbewegungsmittel, unter einem besonders guten Stern. Der Bischof von Essen hatte sich angekündigt, um erstmalig nach seinem Amtsantritt die Gelsenkirchener Jugend zu besuchen. Vor Ort wollte sich Genn einen Eindruck vom jungen Gelsenkirchen verschaffen, dies ist ihm, Dank vieler Gespräche, offensichtlich gelungen.

Kaum in der Straßenbahnfahrt beginnt wohl die interessanteste und mitreißendste Straßenbahnfahrt, die die fast 250 Teilnehmer aus 25 Gemeinden erleben sollten, „wann fährt man schon einmal mit einem Bischof Straßenbahn“ wirft die 17-jährige Anna mit einem Augenzwinkern ein.

Aus dem Gemurmel in der Bahn ist of die markante Stimme des Bischofs auszumachen, meist in einem fragenden Tonfall. „Wo sind wir? Ach, das ist Beckhausen?“. So lässt sich Genn die Stadt zeigen und ist mit den Jugendlichen auf der Suche nach den Spuren Gottes im Stadtbild. „Spur halten“ lautete das Motto der Veranstaltung und der Bischof verriet wie. Zum Beispiel mahnte er, vom Wahlrecht gebrauch zu machen, aber auch auf der richtigen „Lebensspur“ zu bleiben, in dem man nicht rechten Verführer hinterherläuft. So rief er dazu auf, eigene Spuren als Christ zu hinterlassen.

Mittlerweile fährt die Straßenbahn unterirdisch weiter und macht Halt für die erste Station auf dem Pilgerweg. An der Haltestelle „Bergwerk Consolidation“, die im Stil einer Zeche unter Tage gestaltet ist, thematisieren Stadtjugendpfarrer Bernd Steinrötter und Stadtjugendreferent Andreas Scholten das Thema Arbeit. Sie erinnern besonders an Jugendliche, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Reflexion über Arbeit kann in Gelsenkirchen aber auch nicht geschehen, ohne die Geschichte der Stadt zu betrachten, wie am Bespiel der Zeche „Consol“, die als Spur in der Stadt zurückgeblieben ist. Besonders beeindruckt ist Benedikt, 16, von der Gemeinschaft, die beim „gemeinsam auf Wallfahrt gehen“ entsteht. „Es ist ein tolles Gefühl, sich gemeinsam auf den Weg zu machen!“, stellt der Firmling fest.

Am Gelsenkirchener Hauptbahnhof, an dem unsere Reise mit den Straßenbahnen zu Ende geht, bereiten sich die jungen Katholiken auf die Eucharistiefeier vor. Ein letztes Mal meditieren, reflektieren und singen die jungen Menschen mit Begeisterung.

Die Menge setzt sich in Bewegung zur Liebfrauenkirche, für die diese Veranstaltung in Augen von Stadtjugendpfarrer Steinrötter „ein Durchbruch für jugendliche Glaubenserfahrung“ ist. Höhepunkt des Abends ist die Messe, bei der Bischof Genn in seiner Predigt deutlich macht, dass es viele Spuren im Leben gebe, aber nur eine, die „Ewigkeitsspur“, zum Leben führe.

Am Schluss des Gottesdienstes dankt Genn der Musikgruppe „Symbolon“, die die Messfeier musikalisch gestaltet hat. Sie formierte sich anlässlich des Weltjugendtages 2005, über den Genn seine Vorfreude zum Ausdruck bringt. Er betrachtete die Nachtwallfahrt wohl auch ein Stück weit als Vorbereitung für das Glaubensevent im August nächsten Jahres.

Nach der Agapefeier im Philipp-Neri-Zentrum begab sich dann jeder alleine zurück auf seine „Lebensspur“ und Bischof Genn ist überzeugt: „Das sind Jugendliche, die Christen sein wollen!“

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